Ein Autoservice folgt dem Wartungsplan des Herstellers: Motorenöl, die für dieses Intervall vorgesehenen Filter, eine Reihe von Kontrollen und die Dokumentation der Arbeiten. Er ist keine Rundumerneuerung des Fahrzeugs. Verschleissteile wie Bremsbeläge oder Reifen werden nur ersetzt, wenn die Kontrolle es verlangt – und das sind dann separate Arbeiten.
Wovon der Umfang des Services abhängt
Es gibt keinen Service, der für alle gleich ist. Die Liste der Arbeiten richtet sich nach Hersteller und Modell, nach Motor und Antrieb, nach Kilometerstand, Alter des Fahrzeugs und dem erreichten Intervall. Deshalb können zwei Autos derselben Marke unterschiedlich behandelt werden: Das eine ist beim kleinen Service, das andere bei jenem, der laut Plan auch Zündkerzen oder Luftfilter vorsieht.
Je nach Fahrzeug und Intervall umfasst ein Service typischerweise:
- Wechsel von Motorenöl und Ölfilter.
- Kontrolle der Flüssigkeitsstände: Bremsen, Kühlung, Scheibenwaschanlage.
- Sichtkontrolle der Bremsanlage sowie von Zustand und Luftdruck der Reifen.
- Kontrolle von Beleuchtung, Batterie, Riemen, Schläuchen sowie Lenkungs- und Fahrwerksteilen.
- Innenraumfilter, Luftfilter oder Zündkerzen, wenn der Wartungsplan sie für dieses Intervall vorsieht.
- Zurücksetzen der Serviceanzeige und Dokumentation der Arbeiten im Serviceheft oder im System des Herstellers.
Prüfen und ersetzen sind zwei verschiedene Dinge
Das sorgt am häufigsten für Missverständnisse. Die Werkstatt prüft die Bremsen im Rahmen des Services: Sie schaut sich die Stärke der Beläge und den Zustand der Scheiben an. Sind die Beläge an der Grenze, ist der Ersatz eine separate Arbeit, mit eigenen Teilen und eigener Arbeitszeit. Dasselbe gilt für Reifen, Wischerblätter oder ein lautes Radlager.
Was fast nie automatisch dabei ist
- Bremsbeläge und Bremsscheiben, Reifen, Wischerblätter.
- Beschädigte Fahrwerksteile, laute Radlager, ausgeschlagene Gummilager.
- Glühlampen in vielen Fällen sowie Unfallschäden.
- Mängel, die erst bei der Kontrolle entdeckt werden: Sie kommen aus dem Service, gehören aber nicht dazu.
Warum zwei Autos mit gleichem Kilometerstand unterschiedlich abgenutzt sind
Viele gehen davon aus, ein kompletter Service bedeute, dass alles Abgenutzte erneuert wird. Tatsächlich ist der Wartungsplan vor allem eine vorbeugende Checkliste: Er sagt, wann geprüft und was nach fixem Intervall ersetzt wird – nicht, wie stark dein Auto tatsächlich abgenutzt ist.
Über den Verschleiss entscheidet der Einsatz. Zwei identische Fahrzeuge mit gleichem Kilometerstand können sehr unterschiedliche Bremsen und Reifen haben: Wer in der Stadt fährt, bremst dauernd, wer Autobahn fährt, kaum. Steigungen, Zuladung und eine zügigere Fahrweise verschieben das Bild zusätzlich. Der Service ist pro Modell gleich, der Verschleiss nicht.
« Tipp aus der Werkstatt: Lass dir allfällige Zusatzarbeiten vor der Ausführung mit einer separaten Offerte mitteilen. So weisst du immer, was du für den Service bezahlst und was für eine Reparatur. »
Der praktische Schritt
Prüfe vor dem Buchen im Serviceheft oder im Bordsystem, welches Intervall für dein Auto ansteht, und betrachte den Service als Basis. Hat das Fahrzeug viele Kilometer oder einen harten Einsatz hinter sich, rechne damit, dass Verschleissteile dazukommen können: Das vorher zu wissen, macht aus einer Überraschung eine Entscheidung.
