Bei der MFK prüft das Strassenverkehrsamt, ob dein Auto betriebssicher ist und den technischen Vorschriften entspricht – Bremsen, Reifen, Beleuchtung, Fahrwerk, Unterboden und Abgas. Bei Personenwagen ist die erste MFK fünf Jahre nach der ersten Inverkehrsetzung fällig, danach nach drei Jahren, anschliessend alle zwei Jahre. Wer vorher selber kurz kontrolliert oder eine MFK-Vorbereitung machen lässt, erspart sich häufig die Nachkontrolle.
Was ist die MFK?
MFK steht für Motorfahrzeugkontrolle: die amtliche, periodische Fahrzeugprüfung, geregelt in Art. 33 VTS. Geprüft wird, ob dein Auto verkehrssicher und vorschriftskonform ist – nicht, ob es gepflegt ist. Das ist der wichtigste Unterschied zum Service.
« Der Service folgt den Wartungsvorgaben des Herstellers. Die MFK prüft, ob das Auto die Sicherheits- und Vorschriftsanforderungen erfüllt. »
Deshalb gilt: Ein frisch gewartetes Auto besteht die MFK nicht automatisch. Ein Ölwechsel sagt nichts über Bremswerte, Spiel im Fahrwerk oder eine defekte Rückleuchte aus.
Wie oft muss ein Auto zur MFK?
- Das Aufgebot kommt vom kantonalen Strassenverkehrsamt per Post – du musst dich normalerweise nicht selber melden.
- Andere Fahrzeugarten (Wohnmobile, Anhänger, gewerbliche Fahrzeuge) haben eigene Intervalle. Hier geht es um den normalen privaten Personenwagen.
- Je nach Auslastung des Amts kann der Termin auch etwas später kommen. Nach technischen Änderungen am Auto bist du hingegen selber meldepflichtig.
Was wird bei der MFK geprüft?
Die genaue Prüfung hängt vom Fahrzeug ab, aber das sind die Bereiche, die normalerweise angeschaut werden.
Bremsen. Bremswirkung, Unterschiede zwischen links und rechts, Handbremse sowie der sichtbare Zustand von Scheiben, Belägen und Leitungen. Eine seitliche Differenz merkst du im Alltag oft gar nicht – auf dem Prüfstand zeigt sie sich sofort.
Reifen und Räder. Profil, Beschädigungen, Zustand, zulässige Reifen-Felgen-Kombination und auffällig ungleichmässiger Abrieb.
Licht und Sicht. Scheinwerfer inklusive Einstellung, Blinker, Bremslichter, Rücklichter, Frontscheibe, Wischerblätter und Spiegel.
Lenkung und Fahrwerk. Spurstangen, Gelenke, Stossdämpfer und Radlager werden auf übermässiges Spiel und Verschleiss geprüft. «Spiel» heisst einfach: ein Bauteil bewegt sich mehr, als es sollte, weil es ausgeschlagen ist.
Unterboden und Struktur. Korrosion, Beschädigungen, Auspuff, undichte Stellen und die Befestigung von Bauteilen.
Sicherheitsausrüstung. Gurten, Warnleuchten, Hupe, Türen und Schliessmechanismen.
Abgas und abgasrelevante Systeme. Je nach Fahrzeug relevant. Bei modernen Autos zählen auch die Warnleuchten im Display – eine dauerhaft leuchtende Motorkontrollleuchte ist selten ein gutes Zeichen.
Welche Mängel kommen häufig vor?
Nicht jeder dieser Punkte führt automatisch zu einer Beanstandung. Entscheidend sind Schweregrad und Ort – ein Rostfleck am Hitzeschild ist etwas anderes als Rost an einem tragenden Teil.
Kann ich mein Auto selbst vorbereiten?
Ja, und es lohnt sich. Diese Punkte kannst du ohne Werkzeug in zehn Minuten kontrollieren:
- Alle Aussenlichter (am besten zu zweit)
- Reifen: Profil und sichtbare Schäden
- Frontscheibe und Wischerblätter
- Wischwasser aufgefüllt
- Warnleuchten im Display
- Hupe
- Gurten: Zustand und Aufrollen
- Kontrollschilder gut lesbar und korrekt befestigt
- Offensichtliche Flecken unter dem Auto
Diese Punkte gehören dagegen in die Werkstatt: Bremszustand, Spiel in Fahrwerk und Lenkung, Unterbodenkontrolle, technische Undichtigkeiten und abgasrelevante Fehler. Dafür braucht es Hebebühne, Prüfstand und Diagnosegerät.
Wann lohnt sich ein MFK-Check in der Garage?
Eine professionelle MFK-Vorbereitung ist besonders sinnvoll bei älteren Autos, wenn das Fahrzeug länger nicht mehr fachmännisch kontrolliert wurde, wenn Warnleuchten oder ungewohnte Geräusche da sind, oder wenn du bei Reifen, Bremsen und Fahrwerk schlicht nicht sicher bist.
Mechaniker-Tipp 1: Die meisten Kundinnen und Kunden denken vor der MFK an die grossen Reparaturen. In der Praxis sind es oft Kleinigkeiten – eine defekte Glühbirne, ein rissiges Wischerblatt, ein beschädigter Reifen –, die unnötig Aufwand verursachen.
Mechaniker-Tipp 2: Ein Auto kann sich völlig normal fahren und trotzdem deutliches Spiel in Lenkung oder Fahrwerk haben. Der Verschleiss kommt schleichend, und man gewöhnt sich daran, ohne es zu merken.
Mechaniker-Tipp 3: Ungleichmässiger Reifenabrieb sagt mehr als «die Reifen sind alt». Ist eine Kante stärker abgefahren, deutet das oft auf Achsgeometrie oder Fahrwerk hin – nicht auf die Reifen selbst.
Mechaniker-Tipp 4: Waschen macht ein Auto technisch nicht besser. Aber ein sauberer Motorraum und Unterboden machen Undichtigkeiten und Zustand überhaupt erst beurteilbar – auch für dich, wenn du wissen willst, wo etwas tropft.
« Ziel ist nicht, vorsorglich alles zu ersetzen. Eine gute Garage sagt dir klar, was jetzt nötig ist, was für die MFK relevant werden könnte und was normaler Verschleiss ist und noch warten kann. »
Was passiert bei einem Mangel?
Festgestellte Mängel werden im Prüfbericht vermerkt. Je nach Schweregrad müssen sie behoben und bestätigt werden, bevor die Prüfung abgeschlossen ist. In vielen Kantonen läuft das über das Reparaturbestätigungsverfahren (RBV): Eine autorisierte Werkstatt bestätigt die Reparatur direkt, ein zweiter Termin beim Amt entfällt.
Die Frist steht auf deinem Prüfbericht – sie ist kantonal unterschiedlich und liegt üblicherweise zwischen zwei Wochen und einem Monat. Bei schwerwiegenden, sicherheitsrelevanten Mängeln kann es strenger zugehen. Massgebend ist immer, was dein Strassenverkehrsamt vermerkt hat.
Fazit
Die MFK ist keine Wartung, sondern eine Sicherheitskontrolle – deshalb schützt auch ein frischer Service nicht automatisch davor. Lichter, Reifen und Scheiben kannst du selber prüfen; Bremsen, Fahrwerk und Unterboden gehören auf die Hebebühne.

